12.05.2010, 00:00 Uhr

BSA: Jedes vierte Programm in der Schweiz ist eine Raubkopie

Der Anteil illegaler Software ist 2009 in der Schweiz trotz der weltweiten Wirtschaftskrise konstant geblieben. Dies ist das Ergebnis der siebten Global Piracy Studie der IDC im Auftrag der Business Software Alliance (BSA). Alleine in der Schweiz wurden Programme im Wert von 357 Millionen Franken raubkopiert, weltweit sogar im Wert von 51,4 Mrd. US-Dollar (USD). Anders als in den Nachbarländern Deutschland und Österreich, wo die Piraterie anstieg, konnte sie in der Schweiz konstant gehalten werden. Die Schweiz befindet sich damit in guter Gesellschaft der Länder mit den niedrigsten Piraterieraten USA (20 Prozent) und Luxemburg (21 Prozent). Mit einem Anteil von 25 Prozent raubkopierter Programme teilt sich die Schweiz den fünften Rang mit Österreich, Australien, Belgien, Finnland und Schweden. Die IDC untersuchte die Verbreitung illegaler Software in über 100 Ländern weltweit.
Die Schweiz konnte ihre Piraterierate im dritten Jahr in Folge konstant halten. Der Wert dieser illegalen Programme beträgt 357 Millionen Franken umgerechnet 344 Mio. US-Dollar (USD). Die Piraterierate in Westeuropa legt von 33 % auf 34 % zu, die der Europäischen Union bleibt bei 35 %, was Software im Wert von 8,3 Mrd. Euro entspricht. Die niedrigste Rate in der EU hat Luxemburg mit 21 %, die höchste Griechenland mit 58 %. Ost- und Mitteleuropa können den positiven Trend vergangener Jahre fortsetzen: der Anteil von Raubkopien sinkt auf 64 %. Im Gegensatz dazu steigt der Anteil in Westeuropa von 33 % auf 34 %. Russland ist weltweit das Land mit dem dritthöchsten Marktwert raubkopierter Programme (2,6 Mrd. USD), Georgien hat den höchsten Prozentsatz (95 %).
Die EU-Länder Bulgarien (67 %), Rumänien (65 %), Polen (54 %), Slowenien (46 %), Ungarn (41%) und die Tschechische Republik (37 %) konnten ihre Piraterierate jeweils um einen oder zwei (Polen) Prozentpunkte senken.
Weltweit: Piraterie in Schwellenländern treibt die globale Piraterierate in die Höhe

Obwohl die Mehrzahl der untersuchten Länder ihre Piraterierate senken konnte, bewirkte die fortgesetzte Verlagerung des Softwaremarktes in die Schwellenländer Asiens und Südamerikas, die einen überdurchschnittlich hohen Anteil unlizenzierter Software haben, einen Anstieg des globalen Durchschnitts auf 43 %. Dies schlug sich auch darin nieder, dass der Wert der raubkopierten Software in allen übrigen Regionen und weltweit zurückging, in den Regionen Lateinamerika (6,2 Mrd. DU) und Asien (16,5 Mrd. USD) aber anstieg. «Die Studie der BSA und IDC zeigt, dass es 2009 aber auch Fortschritte im weltweiten Kampf gegen die Softwarepiraterie gab», so Robert Holleyman, President und CEO der BSA. «Piraterie behindert die Innovation in der IT, die Schaffung von Arbeitsplätzen und das Wirtschaftswachstum vor Ort. Sie beraubt die Regierungen der damit verbundenen Steuereinnahmen» Die IDC kommt zum Schluss, dass 2009 pro 100 USD, die für Software ausgegeben wurden, Software im Wert von 75 USD raubkopiert wurde. Dies betrifft aber nicht nur den Umsatz der Softwarebranche. Die IDC schätzt, dass schon jetzt jeder Franken, der für Software ausgegeben wird, einheimische Umsätze von drei bis vier Franken im Dienstleistungs- und Vertriebssektor anstösst. Andere Studien gehen sogar von weit höheren Folgeumsätzen aus. Nicht zuletzt setzt die Verwendung raubkopierter Programme den Anwender erheblichen Sicherheitsrisiken durch fehlende Updates und möglicherweise eingeschleuste Schadsoftware aus.
Die Hintergründe der Studie
Die Pirateriestudie «Global PC Piracy Study» der BSA und IDC deckt alle Software ab, die auf PCs läuft, darunter Desktops, Laptops, Ultra-Portables und Netbooks. Sie umfasst Betriebssysteme, Anwendungen und Systemprogramme wie Datenbanken oder Sicherheitsanwendungen. Legale, kostenlose und Open Source-Software werden in der Studie berücksichtigt. Nicht Teil der Untersuchung sind Programme auf Servern und Mainframes. Die IDC verwendet geschützte Daten zu Software- und Hardwareverkäufen und beschäftigt Analysten in über 60 Ländern, um die regionale Marktsituation und den Anteil unlizenzierter Software zu prüfen. Die komplette Studie in englischer Sprache ist unter www.bsa.org/globalstudy erhältlich. (Patrick Hediger)



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