17.09.2010, 00:00 Uhr
Basler FTTH-Modell findet grosse Zustimmung
Auch die Litecom AG aus Aarau will auf dem Basler Glasfasernetz Telekommunikationsdienste anbieten. Die Litecom wird von IWB Telekom unbeleuchtete Fasern mieten, um hierauf dritten Telekomunternehmen ihre Datenübertragungsdienste zu offerieren. Somit können alle Litecom-Partner Endkundenprodukte auf dem Basler Glasfasernetz verkaufen, ohne selbst in Infrastruktur für die Datenübertragung investieren zu müssen.
Noch vor der parlamentarischen Zustimmung des Kantons Basel-Stadt haben mittlerweile drei wichtige Telekommunikationsanbieter ihre Absicht erklärt, auf dem Basler Glasfasernetz Dienste anzubieten. Die grosse Kooperationsbereitschaft der Schweizer Telekomanbieter ergibt sich auch aus dem FTTH-Geschäftsmodell der IWB. Mit dem Basler Geschäftsmodell konzentrieren sich die IWB auf den Bau und Betrieb sowie das Angebot von Netzinfrastruktur. Interessierte Telekomdienstleister können unbeleuchtete Glasfaserleitungen bis in die Wohnungen mieten. Die IWB bieten selbst keine Dienste oder Produkte auf dem neuen Netz an und treten somit auch nicht in Konkurrenz zu den Telekomanbietern.
Mit der Litecom AG als Partner treten zahlreiche kleine und mittlere Dienstleister in den Basler Markt ein, die sich auf Produktangebote für Privat- und Geschäftskunden konzentrieren und die Datenübertragungstechnik der Litecom nutzen. Bis jetzt haben mehrere Litecom-Partner, wie zum Beispiel MYGATE und easyzone Interesse bekundet, ihre Produkte über den für alle Anbieter offenen Handelsplatz LiteXchange in Basel anzubieten. Weitere Anbieter werden folgen. Eine Zusammenarbeit zwischen IWB Telekom und Litecom macht den Wettbewerb auf dem Glasfasernetz deutlich attraktiver und erhöht die Angebotsvielfalt für die Basler Nutzer des FTTH stark.
Die ausgeprägte Fragmentierung der verschiedensten FTTH-Infrastrukturprovider stellt heute einen grossen Wettbewerbsnachteil für investierende Unternehmen gegenüber dem Marktbeherrscher dar. Die daraus resultierenden hohen Eintrittsbarrieren für bestehende und potenzielle, alternative Service Provider bremsen den Wettbewerb und damit auch die gesamte Telekom-Marktentwicklung in der Schweiz. Litecom will mit ihrer in der Schweiz einzigartigen LiteXchange Lösung in Basel wie in anderen Teilen der Schweiz dem entgegenwirken und den diskriminierungsfreien Open Access Gedanken optimal ergänzen, so Matthias von Arx, Geschäftsführer der Litecom AG. Edwin van Velzen, Mitglied der IWB-Geschäftsleitung und Leiter IWB Telekom ist mit dem bisherigen Verlauf der Partner-Akquise sehr zufrieden. Wir erhalten nur positive Resonanz auf unser Geschäftsmodell und haben zahlreiche Anfragen für die Zusammenarbeit mit weiteren Telekomanbietern. Ich gehe davon aus, dass die ersten Basler Kunden schon im 2011 innovative Glasfaserprodukte nutzen können, falls der Grosse Rat Basel-Stadt dem Ratschlag zustimmt. (Patrick Hediger)