02.07.2012, 00:00 Uhr

Filter: Schutz vor Missbrauch versus freie Rede auf Twitter

Hetztiraden und Pöbeleien werden auf Twitter zunehmend zum Problem. Dagegen will Twitter-CEO Dick Costolo jetzt mit Einschränkungen vorgehen, wie die Financial Times berichtet. Was allerdings zum Dilemma dabei werden könnte: Pseudonyme sind in vielen Ländern oftmals die einzige Möglichkeit, frei seine Meinung zu äussern. Bislang punktet Twitter bei Usern unter anderem aufgrund der Offenheit: Jeder kann sich einloggen und frei und anonym seine Meinung äussern. Das könnte nun aber zum Problem werden, denn der Missbrauch in Form von Pöbeleien habe in erschreckendem Masse zugenommen, erklärte Costolo der Financial Times.

Dabei gibt es aber ein grosses Dilemma: Auf der einen Seite müsse man eben auf den Missbrauch reagieren ? auf der anderen Seite sei sich Costolo aber auch darüber bewusst, dass "Tweets fliessen müssen". Es sei natürlich verständlich, dass Twitter-User Schutz vor solchen Pöbeleien wollen, so der CEO. Allerdings würde die freie, anonyme Rede eine immens wichtige Rolle spielen ? vor allem bei grossen politischen Ereignissen in Dikaturen, wie dem Arabischen Frühling im letzten Jahr. Damals nutzen viele den Kurnachrichtendienst, um sich unter Pseudonymen auszutauschen und zum Protest aufzurufen.

Um das Problem zu lösen, will Twitter nun Filter einführen, um die Sichtbarkeit von unerwünschten oder beleidigenden Tweets zu reduzieren. Dabei sollen unter anderem Tweets, die von Profilen stammen, die sich durch fehlenden Follower, Informationen oder Profilfotos verdächtig machen, "unsichtbar" und verborgen bleiben. Das Unternehmen sei sich aber im Klaren darüber, dass bereits solch ein Schritt die freie, anonyme Rede stark beeinträchtigen würde, erklärt Twitter. (ph/iw)

Siehe auch: Twitter mit erstem TV-Spot im amerikanischen Fernsehen, Twitters Promoted Ads bald auch in Europa, Miiverse greift nicht auf Facebook und Twitter zu



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