Google redet Klartext 23.07.2015, 08:50 Uhr

Drei SEO-Mythen - und was wirklich dran ist

Zeigt Google wirklich nur für Mobilgeräte optimierte Websites in der Suche an? Und wie sind organische Suchergebnisse und bezahlte Anzeigen in der Suche miteinander verbunden? Google redet Klartext.
Google räumt mit SEO-Mythen auf
(Quelle: Shutterstock.com/Tang Yan Song)
Johannes Mehlem, Teil des Search Quality Teams bei Google in Dublin und massgeblich verantwortlich für den deutschen Webmasterblog, klärt über die drei hartnäckigsten Vorurteile im Bereich der Suchmaschinenoptimierung (SEO) auf.
Mythos 1: Google zeigt nur für Mobilgeräte optimierte Websites in der Suche
Um Nutzern bessere Ergebnisse auf dem Smartphone zu liefern, haben wir am 21. April dieses Jahres ein Update für Mobilfreundlichkeit durchgeführt. Mit diesem Update des Algorithmus soll eine höhere Usability für die Nutzer der Suchmaschine erreicht werden. Für Mobilgeräte optimierte Websites erhalten dadurch mehr Sichtbarkeit in den Suchergebnissen. Das Update beeinflusst lediglich die Suchergebnisse auf Mobilgeräten und hat keinen Einfluss auf Suchergebnisse auf Desktop-Computern.
Wenn wir von Mobilgeräten sprechen, beziehen wir uns nur auf Smartphones und schliessen Tablets aus, da Tablets grössere Bildschirmflächen haben und somit die Desktop-Version von Websites anzeigen (mit der eher seltenen Ausnahme von speziell für Tablet optimierten Inhalten). Folglich sind auch nur Suchergebnisse auf Smartphones von dem Update betroffen. Während sich die Sichtbarkeit von mobilfreundlichen Seiten tendenziell erhöht, bleibt die Optimierung für Mobilgeräte nur einer von vielen Faktoren. Seiten mit qualitativ hochwertigen Inhalten werden weiterhin für bestimmte Suchanfragen gut ranken, auch wenn sie nicht für Mobilgeräte optimiert sind.
Das Update hat ausserdem nur Einfluss auf individuelle Unterseiten und nicht auf die gesamte Website. Wenn ihr überprüfen möchtet, ob eure Seite mobilfreundlich ist, könnt ihr dies mit unserem Test auf Optimierung für Mobilgeräte machen, den ihr unter g.co/mobilefriendly findet.
Mythos 2: Anträge auf erneute Überprüfung nach einer manuellen Spam-Massnahme von Google werden nur von Computern bearbeitet
Unser Ziel ist es, zu gewährleisten, dass Nutzern der Google-Suche relevante Suchergebnisse angeboten werden. Gelegentlich bemerken wir, dass Webmaster versuchen, sich unverdiente Vorteile im Ranking für bestimmte Suchanfragen zu verschaffen. Während wir stets unsere Algorithmen verbessern, um gegen Missbrauch vorzugehen, kommt es manchmal auch vor, dass Mitarbeiter des Search Quality Teams manuelle Spam-Massnahmen für bestimmte Websites durchführen, um einer Verzerrung der Suchergebnisse vorzubeugen. Sofern die Richtlinien für Webmaster verletzt wurden, kann auch eine manuelle Spam-Massnahme erfolgen. Der Webmaster oder die betreuende Agentur können in Googles Search Console (ehemals Webmaster-Tools) sehen, ob eine Massnahme für die Website vorliegt, und erhalten Hinweise, welche Schritte durchgeführt werden müssen, um das Problem zu beheben. Nach der Behebung kann ein Antrag auf erneute Überprüfung gestellt werden. Dieser Antrag führt dann dazu, dass - sofern keine Verletzung der Richtlinien für Webmaster mehr vorliegt - die manuelle Spam-Massnahme für die Website aufgehoben wird. Der Antrag auf erneute Überprüfung inklusive der Beschreibung wird dann von Menschen und nicht von Computern bearbeitet. Wir antworten in der gewählten Sprache des Webmasters für die Beschreibung des Antrags.
Mythos 3: Organische Suchergebnisse und bezahlte Anzeigen in der Suche sind miteinander verbunden
Die zehn aufgeführten Suchresultate stellen die organischen Suchergebnisse dar, während bezahlte und entsprechend gekennzeichnete Anzeigen oberhalb oder rechts von den organischen Suchergebnissen angezeigt werden. Obwohl beides auf der gleichen Seite angezeigt wird, sind die Prozesse im Hintergrund verschieden. Innerhalb von Google gibt es Teams für die organische Suche - wie uns, das Search Quality Team - sowie AdWords Sales Teams für bezahlte Anzeigen.
Manchmal erhalten wir als Search Quality Team interne Anfragen von Kollegen aus den Sales-Teams, die für ihre Kunden nach Hinweisen und Ratschlägen zum Ranking in der organischen Suche fragen. Wir leiten diese Anfragen dann an unsere öffentlichen Hilfe-Plattformen wie unser Webmaster-Forum weiter. Dieses kann online von jedem aufgefunden werden, unabhängig davon, ob er AdWords-Kunde ist oder nicht.
Wir glauben, dass es wichtig ist, zu vermeiden, dass Werbungtreibende, Partner oder Kunden besonderen Zugriff auf Informationen haben als die allgemeine Öffentlichkeit. Ebenso bringen AdWords-Anzeigen keinerlei Vorteile für die Sichtbarkeit und das Ranking in der organischen Suche. Die organische Suche und bezahlte Anzeigen sind strikt voneinander getrennt hinsichtlich der zugrunde liegenden Mechanismen. Die zuständigen Teams agieren als komplett unterschiedliche Einheiten, obwohl sie natürlich alle zu Google gehören.




Das könnte Sie auch interessieren