Ex-Manager packt aus
18.04.2019, 09:00 Uhr

So soll Google den Firefox-Browser sabotiert haben

Ein ehemaliger Mozilla-Manager wirft Google vor, den Firefox-Browser zu Gunsten von Chrome absichtlich sabotiert zu haben. Dadurch sei es dem Suchmaschinenprimus gelungen, seine Lösung am Markt zu etablieren.
(Quelle: Alexander Supertramp / shutterstock.com)
Google hat Firefox jahrelang benachteiligt, um seinen hauseigenen Chrome Browser zu pushen. Das jedenfalls behauptet der ehemalige Mozilla-Manager Johnathan Nightingale nun auf Twitter.
Schon bevor Google seinen Chrome-Browser im Jahr 2008 an den Start brachte, hat eine Partnerschaft zwischen den beiden Unternehmen bestanden. Diese sei sogar so eng gewesen, dass rund 90 Prozent der Umsätze von Mozilla dank der Google-Suche erwirtschaftet wurden, so Nightingale weiter.
Diese Partnerschaft hatte auch nach dem Launch von Chrome weiteren Fortbestand. Nun wurde allerdings den Firefox-Nutzern auf Google-Webseiten Werbung für den eigenen Chrome-Browser ausgespielt.
Nightingales führt weiter aus, dass es fortan laufend Bugs und Performance-Probleme in Gmail und den Google Docs gegeben habe, wenn diese über den Mozilla-Browser aufgerufen wurden. Ausserdem sei Firefox vermehrt als "inkompatibel" deklariert worden.
Auf diese und ähnliche Weise wettert Nightingale noch in zahlreichen weiteren Tweets gegen Google. Insofern diese Anschuldigungen zutreffen, kann man sehr wohl von unlauteren Mitteln oder Sabotage sprechen.
Aktuell wird laut Netmarketshare.com der Chrome-Browser von rund 67,88 Prozent aller Desktop-Nutzer verwendet. Platz zwei sichert sich Firefox mit 9,27 Prozent, gefolgt von Microsofts Internet Explorer mit 7,34 Prozent (Stand: März 2019). Entsprechend ist das Rennen um die Browser-Vorherrschaft deutlich entschieden.
Was nun tatsächlich die Beliebtheit von Chrome ausmacht, lässt sich nur schwer eindeutig feststellen. Mit ein Grund dürfte allerdings die grosse Nutzerzahl von anderen Google-Produkten wie Youtube, Gmail oder Google Drive sein, die sich allesamt gut mit dem hauseigenen Chrome-Browser verzahnen lassen. Schlussendlich liegt es aber doch beim einzelnen Nutzer, welchem Anbieter er vertraut und wie sehr man sich an das Produktportfolio eines einzigen Herstellers binden möchte.



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