Für 29 Millionen Franken 19.06.2019, 14:14 Uhr

Bundesrat lässt Plattform für Luftfahrtdaten aufbauen

Der Bundesrat will eine externe Stelle mit dem Aufbau und dem Betrieb einer Onlineplattform für Luftfahrtdaten beauftragen. Mit dem Projekt soll die heute mehrheitlich papierbasierte Erfassung durch digitale Prozesse abgelöst werden.
Aktuell laufen die Daten über analoge Prozesse beim Bazl und bei Skyguide zusammen, wo sie schliesslich digitalisiert werden. Die Plattform soll die Anlieferung und Sammlung dieser Daten verbessern
(Quelle: BAZL)
Der Bundesrat will eine externe Stelle damit beauftragen, für den Bund eine Onlineplattform zur Sammlung von Luftfahrtdaten einzurichten und zu betreiben. Dabei handelt es sich laut einer Mitteilung um Geoinformationsdaten, die etwa für die Erstellung von Luftfahrtkarten notwendig sind und in Cockpitsysteme einfliessen. Diese würden Auskunft über die Struktur von Lufträumen geben, Luftfahrthindernisse kennzeichnen und für die Ausarbeitung von Flugverfahren benötigt. Von der Plattform verspricht sich der Bundesrat eine Verbesserung der Datenqualität. «Gute Luftfahrtdaten sind für die Sicherheit der zivilen und militärischen Luftfahrt essentiell», heisst es in der Mitteilung weiter.
Die entsprechenden Daten werden momentan über «diverse analoge Prozesse und Medien» gesammelt und bei der Flugsicherung Skyguide und dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) digitalisiert. Weil in Cockpitsystemen immer mehr Luftfahrtdaten direkt genutzt würden, stiegen auch die Anforderungen an deren Qualität. Dem Bundesrat zufolge sei es daher sinnvoll, die Prozesse zur Sammlung und Anlieferung dieser Daten an die Flugsicherung Skyguide zu verbessern. Hier soll die Datenplattform in die Bresche springen.
Mit dem Umstieg von der mehrheitlich papierbasierten Erfassung auf digitale Prozesse könnten die Daten künftig nach internationalen Normen aufbereitet werden. Die dafür nötigen gesetzlichen Grundlagen habe das Parlament bereits 2017 geschaffen. Auch solle die neue Plattform als Grundlage für die weitere Digitalisierung in der Luftfahrt dienen. Sämtliche beteiligten Akteure – Flugsicherungsdienste, Flugplatzbetreiber und Eigentümer von Luftfahrthindernissen – sollen in Zukunft ihre Daten über die internetbasierte Datenerfassungsstelle einreichen.
Damit die digitalen Luftfahrtdaten «in hoher Qualität und effizient bewirtschaftet werden können», braucht es gemäss dem Bundesrat jedoch mehr als nur den Aufbau einer neuen technischen Plattform. Auch müssten die Geschäftsprozesse angepasst und der Betrieb mit speziell ausgebildetem Personal sichergestellt werden, heisst es in der Mitteilung abschliessend. So veranschlagt der Bund für den Aufbau und den Betrieb der Datenerfassungsschnittstelle ein Beschaffungsvolumen von rund 29 Millionen Franken bis 2036. Der Auftrag soll gemäss den WTO-Beschaffungsrichtlinien öffentlich ausgeschrieben werden.


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