Thomas Promny, Organisator d3con 13.02.2020, 05:45 Uhr

"Der Fokus auf Programmatic und digitale Technologien ist goldrichtig"

Das Event-Geschäft in der Digitalbranche wandelt sich, die Konkurrenz nimmt zu, vieles verlagert sich ins Ausland. Ein zehnjähriges Jubiläum, wie es die d3con diesen März feiert, ist daher keine Selbstverständlichkeit. Wir sprachen mit Macher Thomas Promny vorab.
Thomas Promny, Geschäftsführer von Velvet Ventures und Organisator d3con
(Quelle: d3con )
Vom 31. März bis zum 1. April steht Hamburg in diesem Jahr wieder ganz im Zeichen der digitalen Werbung. Die d3con Conference öffnet an zwei Tagen mit unterschiedlichem Programm ihre Pforten - 2020 schon zum zehnten Mal. Wir sprachen mit Thomas Promny, Geschäftsführer von Velvet Ventures und Organisator d3con über sein Jubiläum und das heisseste Thema in diesem Jahr: die Cookie-Debatte.
Zehn Jahre d3con: Was waren die wichtigsten Learnings? Gibt es etwas, was Sie im Rückblick anders machen würden?
Thomas Promny: Direkt anders machen nicht - aber natürlich haben auch wir über die Jahre viel hinzugelernt und uns professionalisiert. Wir hatten vorher ja noch nie ein grösseres Event ausgerichtet und am Anfang ein paar Dinge unterschätzt - vor allem im organisatorischen Bereich. Aber das gehört dazu und ist auch Teil des Wachs­tumsprozesses. Auf jeden Fall hat sich gezeigt, dass wir mit dem Thema und dem Fokus auf damals noch Realtime Advertising - heute Programmatic - und auf digitale Technologien grund­sätzlich goldrichtig lagen und liegen. Wichtig dabei ist, frühzeitig relevante Veränderungen zu erkennen, aufzugreifen und abzubilden und damit so eine Plattform wie die d3con vor allem inhaltlich und thematisch laufend weiterzuentwickeln.
 
Was nehmen Sie sich für die nächsten Jahre d3con vor? Ist Internationalisierung vielleicht doch ein Thema irgendwann?
Promny: Eher nicht, wir fühlen uns in Hamburg schon wohl. Womit wir sehr erfolgreich waren und sind, ist der Fokus auf Werbetreibende, die auf den Bühnen der d3con ihre Strategien vorstellen und Learnings teilen. Es war schon recht früh erkennbar, dass die d3con Besucher vor allem auch an Einblicken in die Erfahrungen grosser Advertiser interessiert waren. Wir haben daher schon vor Jahren damit begonnen, diese Marktseite verstärkt anzusprechen und einzubinden. Heute ist die d3con die Digital-Adtech-Konferenz mit der grössten Advertiser-Beteiligung - und seit diesem Jahr einem eigenen Advertisers Day. Ich denke, damit haben wir ein ausgewogenes Umfeld geschaffen, in dem sich die Veranstaltungsteilnehmer sehr wohlfühlen und vielseitiges Wissen und Kontakte mitnehmen. Das werden wir auch in den nächsten Jahren weiter ausbauen - vor allem mit noch mehr spannenden Speakern.
 
Die Advertiser stehen aber auch am eigentlichen Konferenz-Tag im Fokus: Warum braucht es dann noch einen separaten Advertisers Day am Vortag?
Promny: Auf der Konferenz betrachten wir traditionell alle Seiten des Business, dort kommen auch Publisher/ Vermarkter, Agenturen und die Tech-Player zu Wort. Auch die Werbetreibenden spielen dort eine grosse Rolle, weil wir gelernt haben, dass deren Perspektive an dieser Stelle nicht fehlen darf. Mit dem Advertisers Day am ersten Tag der d3con reagieren wir jetzt auf die wachsende Nachfrage nach Branchen-Benchmarks für das digitale Marketing auf Seite der Werbetreibenden und bieten neben dem thematisch umfassenden Programm des Konferenztages eine dedizierte Plattform für den fokussierten Austausch und Wissenstransfer der Kundenseite untereinander. Und wir können jetzt schon sehen, dass dieser sehr gut ankommt und angenommen wird.
 
Die Sorge um das künftige Verarbeiten von Cookies - Stichwort Chrome-Update - beunruhigt derzeit viele Marketer. Sollte die Industrie ihre technologi­schen Plattformen nicht bis zum Stichtag aufgerüstet haben, stehen Milliarden Euro Umsatz auf dem Spiel, so manche Unkenrufe. Wie sehr bereitet Ihnen das Thema Kopfzerbrechen?
Promny: Es ist ja nicht das erste Mal, dass unsere Branche durch Regulierung unter Druck gerät. Ich bin grundsätzlich sehr optimistisch und glaube nicht, dass es so etwas wie technischen Rückschritt geben wird. Personalisierte Digitalwerbung und personalisierte digitale Inhalte und Services sind für alle Beteiligten sinnvoll und deswegen wird es sie auch künftig geben, auch ohne Cookies. Die Branche arbeitet bereits an leistungsstarken Alternativen - und auf der d3con werden die ersten Ideen und Lösungen zu sehen sein.



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