Fehlende Lohnzahlungen 22.01.2017, 23:43 Uhr

Aargauer Schulsoftware sorgt weiter für Probleme

Weil das neue Administrationssystem der Aargauer Schulen fehlerhaft läuft, müssen einige Lehrer auf ihre Löhne warten. Beim Projekt läuft seit Beginn einiges schief.
Bevor Schulen im Kanton Aargau neue Lehrpersonen anstellen dürfen, mussten sie bis zum aktuellen Schuljahr diverse Formulare ausfüllen, die Daten manuell verarbeiten und Mutationen über verschiedene Kanäle melden. Da die Lohnsumme der Lehrpersonen derzeit 975 Millionen Franken - knapp 20 Prozent des gesamten kantonalen Aufwands – ausmacht, kein unwichtiger Prozess. Deshalb führte man im Schuljahr 2016/2017 flächendeckend die Administrationslösung Alsa (Administration der Lehrpersonen Schule Aargau) ein. Den Zuschlag erhielt der Thuner IT-Dienstleister Nexplore, der sich gegen sechs Konkurrenten durchsetze.

Nun kommt heraus: Das Projekt läuft fehlerhaft und die versprochenen Einsparungen dürften auf sich warten lassen. Immer wieder funktioniere Alsa nur eingeschränkt, berichtet die «Aargauer Zeitung». Viele Lehrpersonen bei Vertretungen hätten den Dezemberlohn nicht vollständig oder gar nicht erhalten. Schuld daran sei eine fehlerhafte Verarbeitung von Pensenmeldungen. Wie lange das System nur reduziert funktioniert, weiss man beim Aargauer Bildungsdepartement nicht. Als Zwischenlösung werden einige der Mutationen von Hand vorgenommen. Was die Verwaltung in Personalnöte bringt.

Auch abgesehen von technischen Problemen scheint Alsa nicht der Effizienz-Gewinner zu sein, den man sich im Aargau erhoffte. Gab es bisher einen Vertrag pro Lehrperson oder Stellvertretung, gibt es gemäss Zeitungsartikel neuerdings je nach Fächerkombination bis zu drei. Zusätzlich sollen sich verschiedene Situationen nur schwer abbilden lassen. Zusammengefasst sagen verschiedene Befragte aus der Aargauer Schulgemeinde, dass Alsa bislang vor allem eins bedeute: Mehraufwand.

Es ist nicht das erste Mal, das Alsa Probleme macht. Weil das Bildungsdepartement die Komplexität des Projekts völlig unterschätzte, musste der Regierungsrat einen Zusatzkredit über 770 000 Franken beantragen. Zusätzlich zum ursprünglich bewilligten Kredit von 2,6 Millionen Franken. Das Bildungsdepartement versprach sich von ALSA jährliche Einsparungen in Höhe von 2 Millionen Franken. Mindestens dieses Jahr dürfte dieses Ziel kaum erreicht werden.



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