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27.01.2015, 08:05 Uhr

Das steckt hinter dem Datenturbo LTE

Die Mobilfunk-Netzbetreiber versuchen LTE als neues Feature an den Kunden zu bringen. Doch was verbirgt sich hinter der Technologie?
Es ist eine alte Vision der Mobilfunkwelt, Daten so schnell übertragen zu können, dass das Festnetz obsolet wird. Denn das würde Milliarden Euro im Netzbau sparen und gleichzeitig auch mehr Menschen auf dem Land schnelles Internet bringen. Angesichts zu geringer Geschwindigkeiten der drei bisherigen Mobilfunkgenerationen blieb das indes ein Traum.
Doch dieser Traum ist heute an vielen Orten Realität geworden dank der neuen Technologie LTE. Die Abkürzung steht für „Long Term Evolution“, oft auch als 4G bezeichnet. Die ersten kommerziellen Netzwerke gingen Ende 2009 in Schweden und Norwegen in Betrieb, in Deutschland war es ein Jahr später bei der Telekom und Vodafone so weit.
Heute setzen alle deutschen Netzbetreiber auf die Technologie, wobei LTE noch viele Jahre komplementär zu GSM und UMTS – allgemein als 2G und 3G bekannt – genutzt werden soll.
Die hauptsächliche Verbesserung von LTE besteht in der höheren Geschwindigkeit der Verbindung: Waren es zu Beginn maximal 100 MBit/s im Downlink und 50 MBit/s im Upstream, sind inzwischen 150 MBit/s Realität; das gilt für die Ausbaustufe CAT.4, die von Endgeräten unterstützt werden muss. Die Übertragungsgeschwindigkeiten sind allerdings theoretische Maximalwerte, in der Rea­lität liegt das Tempo meist deutlich darunter, unter anderem wegen der Auslastung der Netze.
In naher Zukunft wird der modifizierte Standard LTE Advanced mit CAT.6, wo zunächst bis zu 300 MBit/s möglich sind, deutlich mehr Speed bringen. Die neue Technologie soll 2015 gestartet werden und könnte später theoretisch auf bis zu 3.000 MBit/s im Downlink und 1.500 MBit/s im Uplink ausgebaut werden. Das dient aber weniger einer schnelleren Datenrate für einzelne Kunden als vielmehr einem höheren Tempo der gesamten Zelle, so dass mehr Nutzer ohne Qualitätsverlust dort online gehen können.
Erreicht werden die Fortschritte mit einer Vielzahl kleinerer Massnahmen. Darunter ist besonders die „Carrier Aggregation“ interessant: Hier können vorhandene Kapazitäten in den Frequenzbändern eines Netzbetreibers flexibel gebündelt werden, so dass für die maximale Leistung nicht immer ein zusammenhängendes Band frei sein muss.
Beispielsweise ergäbe bei der Telekom die Kombination aus den Bändern 1.800 und 2.600 mit jeweils 150 MBit/s dann 300 MBit/s. Ausserdem kann zusätzlich die Anzahl der empfangenden Antennen im Gerät (MiMo) und damit dann auch das Übertragungstempo noch einmal verdoppelt werden.
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