Mobiltelefon und Kosten
08.01.2015, 05:47 Uhr

Viele Schweizer wollen für Apps nichts zahlen

Beim App-Kauf schalten Schweizer Smartphone-Besitzer den Sparmodus ein: Sieben von zehn Nutzern haben im vergangenen Jahr weniger als 20 Franken im App-Store ausgegeben.
Das zeigt eine Auswertung von comparis.ch. Bei der Kundenzufriedenheit der Anbieter schwingt Aldi obenaus – Orange wird von den Kunden in der Bewertung abgestraft.

Vielen Schweizer Handybesitzern ist ihr Gerät lieb und teuer. Doch das hat Grenzen, wenn es um den Kauf von Apps und Zubehör geht. Dies zeigt eine Umfrage von comparis.ch letzten November bei über 4100 Handynutzern. 37 Prozent von ihnen haben in den letzten 12 Monaten nichts und 32 Prozent weniger als 20 Franken im App-Store ausgegeben. 

«Die Umfrage zeigt, dass viele nicht bereit sind, für Apps überhaupt etwas zu bezahlen», sagt der Telecom-Experte von comparis.ch, Ralf Beyeler. «Für viele Bedürfnisse gibt es Gratis-Apps, ausserdem sehen Nutzer oft den Mehrwert von kostenpflichtigen Apps nicht.»

So viel geben Schweizer für Handy-Accessoires aus
Aber auch wenn es um Zubehör fürs Handy geht, sind die Schweizer genügsam: 57 Prozent der Handybesitzer haben in den letzten 12 Monaten weniger als 20 Franken für Accessoires wie Schutzhüllen, Dekorationen oder Akkuladegeräte hingeblättert. 

Dass es aber durchaus auch Personen gibt, die für teures Geld Zubehör für ihr Handy kaufen, zeigt die Umfrage ebenfalls: 7 Prozent der Handynutzer haben in den letzten Monaten über 
100 Franken für Handy-Zubehör bezahlt.

Die Hälfte hat ein Budget
Wie schaffen es die Schweizer, die Kosten für ihr Mobiltelefon im Griff zu haben? Die Umfrage zeigt: 47 Prozent der Handybesitzer gibt sich ein Budget. Mehr als die Hälfte dieser Personen haben diese Limite im letzten Jahr eingehalten. 32 Prozent haben ihr Budget ab und zu, 13 Prozent sogar regelmässig überschritten. «Eine klassische Kostenfalle beim Handy ist ein Abo, das nicht den eigenen Bedürfnissen entspricht», sagt Telecom-Experte Ralf Beyeler. Sein Tipp: «Das passende Angebot wählen und dabei unbedingt auch Prepaid-Angebote einbeziehen – diese sind oft günstiger als Abos. Nebst dem falschen Abo führen oft auch Telefonieren und Surfen im Ausland zu hohen Rechnungen.»

Nutzer wechseln Angebot wegen hohen Kosten
44 Prozent der Handybesitzer haben ihr Abo- oder Prepaid-Angebot in den letzten 12 Monaten gewechselt. Darin sind auch Wechsel innerhalb des gleichen Anbieters enthalten. Mehr als ein Drittel der Wechsler gaben unter anderem an, dass das Angebot nicht ihren Bedürfnissen entsprochen habe; 17 Prozent haben ein neues Smartphone gekauft und dafür ein entsprechendes Angebot gebraucht;12 Prozent waren mit ihrem Anbieter nicht mehr zufrieden. 

Insgesamt haben 32 Prozent der Wechsler ein neues Angebot gewählt, weil ihnen das alte zu teuer war.
Die Deutschschweizer sind am empfindlichsten beim Preis: 33 Prozent haben deswegen das Abo oder Prepaid gewechselt, bei den Welschschweizern waren es 29 Prozent und bei den italienischsprachigen Schweizern 28 Prozent.
Aldi holt den Pokal
Ausserdem antworteten rund 3800 Handynutzer auf die Frage, wie zufrieden sie mit dem Service ihrer Mobilfunkanbieter sind. An der Spitze des Rankings steht wie schon im Vorjahr Aldi mit einer Note von 5.4. Der Anbieter vermochte durchs Band zu überzeugen: Preis und mobiles Internet wurden von den Nutzern als «sehr gut» beurteilt. Netzabdeckung, Gesprächsqualität, Kundendienst und Verständlichkeit der Kundeninformationen von Aldi holten immerhin noch die Note «gut». Hinter Aldi holte auch Migros eine gute Gesamtnote mit 5.2. 

Ganz am Schluss des Klassements findet man Orange mit der knapp genügenden Note 4. Kundendienst, Verständlichkeit der Kundeninformationen, mobiles Internet und Preis erhielten eine ungenügende Note. Als «befriedigend» stuften die Nutzer lediglich die Gesprächsqualität von Orange ein und als «genügend» die Netzabdeckung. «Orange hat schon länger ein Problem mit seinem Kundendienst», erklärt Beyeler. «Anfang Jahr hat Orange sein Kundendienst-System umgestellt. Diese Umstellung hat bis heute Auswirkungen auf die Service-Qualität des Kundendienstes.»
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