Schneller und sicherer 29.01.2015, 07:38 Uhr

Youtube setzt ab sofort auf HTML5

Youtube überträgt Inhalte ab sofort standardmässig über HTML5. Die Technologie erlaubt eine höhere Videoqualität bei geringerer Bandbreite sowie mehr Sicherheit.
Bye Bye Flash Player: Youtube setzt bei der Übertragung seiner Medien-Inhalte nun standardmässig auf die HTML5-Technologie (Hypertext Markup Language). Für Nutzer verspricht die Abkehr vom Adobe Flash Player eine gesteigerte Leistung sowie eine höhere Videoqualität bei gleichzeitig geringerem Bandbreiten-Bedarf. Ganz davon abgesehen, dass Nutzer nun nicht mehr auf den Adobe Flash Player angewiesen sind, der erst jüngst mit einer schweren Sicherheitslücke im Rampenlicht stand. Die Übertragung via HTML5 wird aktuell in den Browsern Chrome, Internet Explorer 11, Safari 8 und in den Beta-Versionen des Firefox unterstützt. Ob Ihr Browser HTML5-fähig ist, sehen Sie auf der Youtube-Testwebseite.
Der HTML5-Support wurde Googles Videoplattform bereits im Jahr 2010 eingeführt, für einen kompletten Umstieg hatte die Technologie damals jedoch noch mit zu vielen Kinderkrankheiten zu kämpfen. Beispielsweise fehlte die Unterstützung einer adaptiven Bitrate, was geringere Ladezeiten für Videos ermöglicht.
In Zusammenarbeit mit den Browser-Herstellern wurde der Support über die Jahre hinweg optimiert und um neue Funktionen ergänzt. Zu den grossen Vorzügen von HTML5 gehören etwa:
  • MediaSource Extensions - Erlaubt adaptives Streaming, um eine flüssige Wiedergabe und geringe Ladezeiten auch bei schwankenden Bandbreiten zu gewährleisten. Darüber hinaus wird die Technologie für Live-Streaming verwendet.
  • VP9 Video Codec - Der Video-Codec spielt Inhalte in höherer Qualität ab und soll dabei gleichzeitig 35 Prozent weniger Bandbreite als Flash verwenden. Dies erlaubt unter anderem 4K-Streaming sowie HD-Streaming mit 60 Bildern pro Sekunde.
  • Encrypted Media Extensions und Common Encryption - Ein einheitlicher Verschlüsselungs- und Sicherheitsstandard soll Content-Providern eine einfachere und kostengünstigere Möglichkeit bieten, ihre Inhalte sicher über viele Plattformen hinweg zu übertragen.
  • WebRTC - Die Technologie wird bereits in den Messengern Google Hangouts und Firefox Hello zur Audio- und Video-Übertragung genutzt. In YouTube soll WebRTC Live-Übertragungen ohne zusätzliche Tools gewährleisten.
Welche Möglichkeiten HTML5 bietet, beweist Microsoft schon seit geraumer Zeit mit dem Programm "Rethink what the web can be". Im Rahmen des Projekts wurde unter anderem Siedler als Browsergame oder die virtuelle Everest-Besteigung GlacierWorks erstellt.



Das könnte Sie auch interessieren