Neue AGB
01.02.2015, 10:02 Uhr

Internetweites Nutzer-Tracking bei Facebook

Die neuen Facebook-AGB erlauben dem sozialen Netzwerk seine Nutzer fast internetweit zu tracken. Das bringt vor allem für die personalisierte Werbung enorme Vorteile mit sich - also für den Konzern.
(Quelle: Shutterstock - Mopic)
Ab dem 30. Januar 2015 gelten Facebooks neue Nutzungsvereinbarungen, auch AGB genannt, automatisch. User des Social Networks müssen sich nur in ihren Account einloggen, um den neuen AGB zuzustimmen. Fortan ist es Facebook dann erlaubt, das Nutzerverhalten für Werbezwecke genauer zu tracken. Und das wird der Konzern auch mit Sicherheit tun.
Die Werbeanzeigen orientieren sich künftig nicht mehr nur an den "Gefällt-mir"-Angaben der Nutzer, sondern basieren auch übergreifend auf genutzten Apps und besuchten Webseiten, sofern Drittanbieter Facebook-Dienste auf ihrer Webseite verwenden. Da heutzutage fast jede Webseite Facebook-Funktionen wie das Teilen oder Liken von Inhalten oder gar den Login via Facebook integriert, dürfte damit ein nahezu flächendeckendes Nutzer-Tracking gewährleistet sein. Hinzu kommt die Erfassung des Gerätestandorts per GPS, Bluetooth oder WLAN. Die Weitergabe der Daten an Dritte ist - zumindest bislang - nicht vorgesehen.
Für das Social Network ergeben sich dadurch allerdings weitere Möglichkeiten, die Werbung im eigenen Angebot noch stärker zu personalisieren. Informieren sich Nutzer im Netz über Tennisschläger, werden ihnen bei Facebook Anzeigen rund um das Thema Tennis eingeblendet. Zusätzlich erhalten User die Möglichkeit, die Werbung zu bewerten und zu erfahren, warum sie bestimmte Anzeigen zu sehen bekommen.
Nutzer, die nicht möchten, dass ihre Aktivitäten für "nutzungsbasierte Online-Werbung" ausgewertet werden, können auf der Website youronlinechoice.com/de widersprechen. Den dort hinterlegten Widerspruch-Cookie werde man beachten, verspricht Facebook. Erfasst werden die Daten allerdings dennoch. Wer also generell nicht mit den neuen AGB einverstanden ist, dem bleibt nur die Löschung des Facebook-Accounts.
Welche Daten Facebook genau erfasst, beschreibt der US-Konzern in seiner Datenrichtlinie unter dem Punkt "Welche Arten an Informationen sammeln wir".
Beim deutschen Bundesjustizministerium stiessen die Neuerungen bereits auf Kritik. "Wenn Facebook permanent verfolgt, wie wir auf bestimmte Angebote im Netz reagieren, besteht eine grosse Gefahr, dass wir vorhersehbar und damit auch manipulierbar werden", mahnte der Parlamentarische Staatssekretär Ulrich Kelber.
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