Traffic-Minus 22.08.2016, 10:47 Uhr

Facebook-Algorithmus benachteiligt US-Publisher

Was für Nutzer erfreulich ist, führt jetzt bei US-Publishern zum Umsatz-Einbruch: Durch das höhere Ranking der Beiträge von privaten Freunden werden Publisher-Artikel seltener gesehen. Die Traffic-Einbrüche sind zum Teil massiv.
(Quelle: Fotolia.com/Pavel Ignatov)
Ende Juni 2016 gab Facebook eine erneute Algorithmus-Änderung bekannt. Beiträge aus dem Freundeskreis von Nutzern sollten damit im Nutzer-Feed mehr Gewicht bekommen. Monate später zeigt sich die Wirkung der Änderungen vor allem für Medienverlage. 
Eine statistische Auswertung von SimilarWeb belegt, dass US-Publisher wie die New York Times, USA Today und viele andere zum Teil massive Umsatzeinbussen auf Facebook verzeichnen. Dabei sank der Traffic für die einzelnen Publisher teilweise bis zu 50 Prozent: Die Financial Times verbuchte beispielsweise 38 Prozent weniger Zugriffe; bei Nachrichtensender CNN waren es minus 33 Prozent. 
Wie Facebook anmerkt, sei es aber in dem Zusammenhang eher schwierig, aus den Algorithmus-Änderungen eine Verbindung zu den Zahlen von SimilarWeb zu ziehen, da diese sich auf die Zeiträume vom ersten zum zweiten Quartal beziehen.

Nicht ganz uneigennützig

Die Zahlen von SimilarWeb beziehen sich dabei auf den Zugriff auf Beiträge über Facebooks Desktop-Version. Doch die steigende mobile Nutzung des sozialen Netzwerks dürfte nicht allein verantwortlich sein für die abnehmenden Traffic-Zahlen. Mit der Algorithmus-Änderung hatte Facebook auch eigene Ziele verfolgt: Publisher, die über Facebook gelesen werden wollen, können ihre Artikel selbstverständlich auch als bezahlte Beiträge innerhalb des Netzwerks hervorheben lassen. Die Herabstufung der Publisher-Beiträge durch den Algorithmus spielt dabei ganz in Facebooks Hände.
Im April 2016 hatte Facebook beispielsweise den Algorithmus aktualisiert, um die mit einzelnen Beiträgen verbrachte Zeit in das Ranking einzubeziehen. Gegen Clickbait wendet sich ein Algorithmus-Update, das Anfang August 2016 umgesetzt wurde.



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