Fehler beim E-Mail-Test 13.02.2015, 12:42 Uhr

Stiftung Warentest stoppt Heft-Verkauf

Testurteil mangelhaft: Für ihre aktuelle Ausgabe hat die "test"-Redaktion E-Mail-Anbieter untersucht. Dabei sind ihr fachliche Fehler unterlaufen - der Vertrieb des Hefts wurde vorübergehend gestoppt.
Eingang zur Stiftung Warentest
(Quelle: Stiftung Warentest)
Wegen fachlicher Fehler, die der Stiftung Warentest beim Test von E-Mail-Anbietern unterlaufen sind, hat das Unternehmen den Verkauf der aktuellen Februar-Ausgabe der Zeitschrift "test" vorübergehend gestoppt. Die Stiftung Warentest hatte bei 14 Anbietern wie etwa AOL, Freenet, GMX und Web.de untersucht, wie gut sich E-Mails verschlüsseln lassen. Vorausgegangen waren Beschwerden der getesteten Firmen, insbesondere der Berliner Posteo, berichtet die Welt.
Obwohl der Anbieter als einer der beiden Sieger aus dem Test hervorging, empfinden die Verantwortlichen den fehlerhaften Test als "anhaltende, unwidersprochene Rufschädigung", zumal der Verkaufsstopp seit 30. Januar 2015 nur einen Teil der Auflage betrifft. Rund 400.000 Hefte, die an "test"-Abonnenten geliefert werden, haben die Empfänger trotzdem erhalten - mit dem fehlerhaften Beitrag.
Mittlerweile hat die Stiftung Warentest auf ihrer Website und in der App eine korrigierte Fassung veröffentlicht, in der nächsten Ausgabe erscheine zudem die korrigierte Version, teilte eine Sprecherin des Verlags mit. Für eine Veränderung der Beurteilungen sahen die Tester indes keinen Anlass.
Korrigiert wurde dagegen unter anderem die Überschrift des Beitrags, die zunächst "Nur einer liest nicht mit" lautete. Da dies jedoch faktisch falsch ist und insbesondere die Aussagen zur Verschlüsselung, die im Text ursprünglich enthalten waren, nicht zutreffen, wurde die Überschrift geändert in: "Mail-Dienste sehen alles."
Im vergangenen Jahr hatte die Stiftung Warentest unter anderem Mobilfunknetzbetreiber und Webbrowser getestet. Die Sieger hiessen Telekom beziehungsweise Google Chrome. Seit 1. Juli 2013 müssen getestete Unternehmen dafür bezahlen, wenn ein "test"-Siegel verwenden und damit werben wollen.

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