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11.09.2006
Investitionstipps aus Spam-Mails werden von Anlegern befolgt

Eine wissenschaftliche Studie ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Spam-Mails, die den Empfänger zum Kauf von Wertpapieren überreden wollen, tatsächlich nachweisbare Wirkung auf die Aktienkurse haben. Die Autoren der Studie, Laura L. Frieder, Assistenzprofessorin an der Universität von Purdue, und Jonathan Zittrain, Professor in Oxford, konzentrierten sich speziell auf jene Mails, die zum sofortigen Kauf von bestimmten Aktien auffordern. Im Grossteil der Fälle wurden die Aktien nicht auf den grossen Börsen gehandelt und waren meist illiquid. Die so genannten "Pink Sheets" waren also nur im Freiverkehr erhältlich, das heisst nicht offiziell zum Handel zugelassen und nur durch Telefonverkehr mit Banken zu bekommen. Diese Wertpapiere werden üblicherweise nicht regelmässig von Behörden überprüft, was es sehr leicht macht, sie zu manipulieren.

Untersucht wurden bei der Studie die Spam-Mails, die Professor Zittrain in seiner eigenen Mailbox zwischen Januar 2004 und Juli 2005 erhielt, sowie die 1,8 Millionen Fälle von Spam-Mails an die Internet-Newsgroup Nanas (net.admin.network.abuse.sightings). Zittrain hält gegenüber der New York Times fest, dass es natürlich unmöglich zu garantieren sei, dass die untersuchten Mails einen Querschnitt durch sämtliche Spam-Mails darstellen. Insgesamt wurden an die 300 Wertpapiere in Mails empfohlen. In einem Interview meinte Laura Frieder, sie sei ursprünglich skeptisch gewesen, ob Anleger wirklich den Tipps aus Junk-Mail folgen, doch die Muster, die ihre Daten ergaben, hätten keinen anderen Schluss zugelassen. Bei der Auswertung konzentrierten sich die Wissenschaftler auf jenen Tag, an dem die meisten Nachrichten eines Typs empfangen wurden. Sie fanden heraus, dass an diesem Tag die Wahrscheinlichkeit 13 Mal höher war, dass diese Aktie das am aktivsten gehandelte "Pink Sheet" war, als an Tagen an denen sie nicht durch Spam promotet wurde. (ph/pte) http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract-id=920553 http://www.nytimes.com

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