Besser als Wolke 7: NAS-Systeme für Privatanwender

Geschützt vor Verlust

Einer der wichtigsten Gründe für die Anschaffung eines NAS dürfte aber die Möglichkeit sein, Daten mehrfach gegen Verlust zu sichern, und zwar durch die ­sogenannte RAID-Funktion. RAID steht für Redundant Array of Independent Disks, also die redundante Anordnung unabhängiger Festplatten. Es gibt verschiedene Modi, bei RAID 0 werden die Daten auf mehreren Datenträgern abgespeichert, die Festplatten teilen sich sozusagen die Arbeit. Das erlaubt zwar die schnellere Speicherung und Nutzung von grossen Daten wie etwa Filmen, bietet aber keine Ausfallsicherheit.
Dazu muss man RAID 1 verwenden, wobei sämtliche Daten auf mindestens zwei Platten simultan gespeichert werden, man spricht auch von Mirroring. Wer sowohl von schnellen Zugriffszeiten als auch von einer Verlustsicherung profitieren will, benötigt ein RAID-10-fähiges NAS-System mit mindestens vier Festplatten. Hier findet sowohl eine Spiegelung der Daten statt als auch die Verteilung der Lese- und Schreibarbeit auf mehrere Festplatten.
Wie oben erwähnt lassen sich zwar ausrangierte PC-Festplatten problemlos in einem NAS einsetzen, wer aber auf schnelle Datentransfers Wert legt, sollte sich neue Platten mit mindestens 7.200 Umdrehungen pro Minute zulegen. Aber auch das NAS selbst kann zum Flaschenhals werden, etwa wenn es nur über einen schwachen Prozessor mit wenig Arbeitsspeicher verfügt.
Auch die Datenverarbeitungslogik des Systems kann die Zugriffszeiten spürbar verlängern und das NAS mehr als erforderlich auslasten. Im besten Fall speichert das NAS deshalb nur den Teil einer grossen Datei, der tatsächlich verändert wurde, und nicht jedes Mal das komplette File. Ein Beispiel: Würde man in einem Text mit 10.000 Wörtern nur eines verändern, so könnte das System das erkennen und würde lediglich dieses eine Wort neu speichern – und nicht alle.
Ähnlich funktioniert auch der Schutz vor dem sogenannten Bitrot, dem Verfall einzelner Bits in Dateien. Gute NAS-Systeme scannen deshalb regelmässig die gespeicherten Daten und können solche schleichenden Veränderungen erkennen,  Datenfehler werden durch das Backup behoben. Auch die Wiederherstellung eines vorherigen Zustands, beispielsweise wenn eine Datei fälschlicherweise gelöscht wurde, ist bei guten NAS-Lösungen problemlos möglich, je nach Hersteller kann man im Stundentakt zu vorherigen Versionen zurückspringen.   

Zukunftschancen für Fachhändler

Bis vor kurzem kamen NAS-Systeme nur für Business-User in Frage, durch die immensen Datenmengen bestehend aus Fotos, Filmen und Musik und deren Verfügbarkeit im Heimnetzwerk werden private Cloud-Lösungen jedoch auch für Privatanwender zunehmend interessant. Händler, die sich schon jetzt damit befassen, haben bei der zu erwartenden steigenden Kundennachfrage bessere Karten.




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