Arbeitszeiterfassung 09.07.2014, 16:28 Uhr

IT-Verband Swico fordert mehr Flexibilität

Der ICT-Anbieterverband Swico fordert eine zeitgemässe Umsetzung der bestehenden Regeln und eine rasche Anpassung der Gesetzgebung bei der Arbeitszeiterfassung in der Schweiz.
Die gesetzliche Grundlage zur Arbeitszeiterfassung ist konzeptionell auf dem Stand der industriellen Fliessbandproduktion stehen geblieben. Flexible Arbeitszeitmodelle sind darin nicht berücksichtigt, was dem heutigen Arbeitsumfeld in keiner Weise Rechnung trägt. Die starre Handhabung steht im Wiederspruch zur vielfach gelebten und bewährten Praxis. Der ICT-Anbieterverband Swico fordert eine zeitgemässe Umsetzung der bestehenden Regeln und eine rasche Anpassung der Gesetzgebung.

Seit einiger Zeit pocht das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO auf peinlich genaue Umsetzung der mehrere Jahrzehnte alten Verordnung zur Arbeitszeiterfassung. Diese wird jedoch in der Praxis aus gutem Grund kaum mehr nachgelebt: Sie stellt die zahlreichen Unternehmen vor schier unlösbare Probleme, die innovative und arbeitnehmerfreundliche Regelungen der Arbeitszeit umsetzen wollen. Im schlimmsten Fall droht sogar eine Kriminalisierung. Verunsicherung und Informationsbedarf sind gross, wie der Andrang von Personalchefs der ICT-Branche an einer entsprechenden Swico-Veranstaltung zeigte.

Das SECO begründet seine dogmatische Haltung mit den Anforderungen des Arbeitnehmerschutzes. Die Arbeitswelt und die Arbeitszeitmodelle haben sich allerdings in den letzten 20 Jahren markant geändert, und damit auch der Zweck und die Bedeutung der Zeiterfassung. Es gab grosse strukturelle Verschiebungen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt von der Industrie hin zum Dienstleistungssektor, in welchem heute drei Viertel aller Arbeitnehmenden tätig sind. Heute arbeitet man in der Schweiz grösstenteils nicht mehr in der Fabrik, sondern im Büro, an einem mobilen Arbeitsplatz oder zu Hause. Flexibilität in der Arbeitszeitgestaltung ist heute die Regel, insbesondere in der ICT-Branche.




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