10 Blockchain-Mythen 17.03.2017, 10:33 Uhr

Das sollten Sie über die Blockchain wissen

Die Blockchain ist derzeit ein beliebtes Trend-Thema unter der IT-affinen Bevölkerung. Trotzdem gibt es viele Mythen, die sich darum ranken. NTT Security will mit einigen davon nun aufräumen.
(Quelle: )
Die Blockchain wird meist in Verbindung mit Bitcoins gebracht. Ganz falsch ist der Zusammenhang auch gar nicht. Zwar ist die Anwendung der Blockchain-Methode generell auch in anderen Bereichen möglich, in einer offenen Blockchain erfolgt die Validierung jedoch grundsätzlich durch das sogenannte „Mining“. Und das wiederum ist nur mit Bitcoins möglich, da sich der nicht unerhebliche Validierungsaufwand für potenzielle Miner schlicht nur durch die anteilige Entlohnung durch Bitcoins lohnt. Gratis würde wohl kaum jemand seinen Rechner und die entsprechende Rechenleistung zur Verfügung stellen.
Lediglich in geschlossenen Systemen, etwa zwischen Banken gibt es auch andere Validierungsmethoden. Gerade Banken betreiben aktive Forschungen auf dem Gebiet der Blockchain. Besonders nützlich für die Geldinstitute ist ein geschlossenes System etwa bei der Übertragung von Wertpapieren zwischen den verschiedenen Häusern. Das die Blockchain auf längere Sicht also die Banken abschaffen wird, stimmt deshalb nicht.
Das mag vielleicht auch daran liegen, dass für die Blockchain-Technologie ein relativ fundiertes Wissen benötigt wird. Die Methode kann also, zumindest zum aktuellen Zeitpunkt, mit Nichten von jedermann verwendet werden. Auch Experten gibt es auf diesem Gebiet noch sehr wenige.

Haftung bei Fehlern und Schäden nicht eindeutig geklärt

Ein weiterer Mythos kreist um die Sicherheit der Blockchain. Grundsätzlich ist die Verwendung von kryptografischen Verfahren tatsächlich ziemlich sicher, die Software allerdings, die auf die Blockchain zugreift ist das nicht immer. Diese ist, wie jede andere Software auch, durch Programmierfehler oder Hacker verwundbar. Laut NTT Security sei sogar zu erwarten, dass die Blockchain-Technologie in Zukunft  verstärkt von Cyber-Kriminalität betroffen sei wird.
Hier kommt die rechtliche Frage ins Spiel. Es ist noch nicht abschliessend geklärt, wer bei Schäden durch fehlerhafte Protokolle, Codes oder Hackern haftet.
Eine Weltrevolution steht uns durch die Blockchain-Technologie also eher nicht ins Haus. Im Gegenteil. Das einzige Anwendungsgebiet ist derzeit tatsächlich die Transaktion von Bitcoins. Für alle anderen Bereiche gebe es bisher nur Studien und Absichtserklärungen, wie die NTT Security berichtet.
Hier nochmal alles Wissenswerte in Kürze:
  1. Bei der Blockchain und Bitcoins sind zwar grundverschiedene Dinge, ohne Bitcoins ist das Blockchain-Verfahren aber eigentlich derzeit undenkbar beziehungsweise nicht rentabel.
  2. Die Blockchains nutzen kryptographische Verfahren, liegen aber im Klartext vor.
  3. Eine Blockchain ist keine Datenbank, sondern so gesehen eine Liste die Transaktionen dokumentiert.
  4. Die Blochchain-Methode wird "Intermediäre" wie Notare, Gerichtsvollzieher oder Standesbeamte nicht ersetzen, da diese mehr als nur Dokumentierungsaufgaben haben.
  5. Die Blockchain-Technik wird die Banken nicht abschaffen, sondern deren Verfahren bereichern.
  6. Eine Weltrevolution durch die Blockchain steht vorläufig nicht bevor, da das Anwendungsgebiet bisher ausschliesslich auf Bitcoin-Transaktionen beschränkt ist.
  7. Die Blockchain bedarf fundiertes Wissen, ist also noch nichts für jedermann.
  8. Die Blockchain ist durch die verwendete Software ebenso angreifbar wie andere IT-Systeme.
  9. Es ist noch nicht geklärt, wer bei fehlerhaften Protokollen oder Programmcodes haftet.
  10. Die Blockchain ist ein Trend-Thema, dass sich noch in der Entwicklung befindet. Wie kurz oder langlebig es ist, wird sich zeigen.





Das könnte Sie auch interessieren